Expertenrunde Ernährung und Gesundheit – Thema: Eiweiß und Low Carb

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Thema des zweiten Videos dieser Reihe: Wie gesund sind eiweißreiche Diäten?

Die Experten tauschen sich über den Stellenwert von Eiweiß in der Ernährung aus. Auch wenn der Trend hin zu eiweißreichen, kohlenhydratarmen Ernährungsweisen mit einem hohen Anteil an tierischen Lebensmitteln geht, zeigt die langjährige Erfahrung der Experten, dass sich nur mit einer pflanzenbetonten Kost tatsächlich langfristig positive Effekte auf die Gesundheit erzielen lassen.

Weitere Themen:

Wie viel Eiweiß brauchen wir wirklich?
Was ist die biologische Wertigkeit von Eiweiß und wie wichtig ist diese bei veganer Ernährung?
Was ist dran an Low-Carb-Ernährungsformen, wie der ketogenen Ernährung und der Atkins-Diät?
Wirkt sich Fasten positiv auf unsere Gesundheit aus?
Wie therapiert man Eiweißspeicherkrankheiten?

Die Expertenrunde ist ein Format, in dem erfahrene Mediziner und Wissenschaftler über ihre Kenntnisse im Bereich Ernährung und deren Auswirkungen auf die Gesundheit diskutieren. Dabei werden in mehreren Videos unterschiedliche Themengebiete aufgegriffen. Diese werden innerhalb der nächsten Wochen auf diesem YouTube-Kanal erscheinen.

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  • Ich sehe nur noch ein Problem in den hemmstoffen die sich in unfermentierten Getreide und Hülsenfrüchte befinden. Und ein ganz wichtiger Aspekt ist die Bewegung die oft vergessen wird und in vielen Studien nicht berücksichtigt wird. Die Effizienz des Stoffwechels beeinflusst die Gesundheit des Blutkreislaufs stärker als die Ernährung selbst. Je mehr Sport man macht und vor allem, je besser man seinen Fettstoffwechsel trainiert, umso weniger wirkt sich die Ernährung auf die Blut-Cholesterinwerte aus, die man durch Ernährung negativ beeinflussen kann, wie das LDL und die Triglyceride. Interessanterweise ist Widerstands- oder Krafttraining sehr viel effektiver, wenn es darum geht, die relevanten Blutfettwerte zu verbessern, während man mit Ausdauertraining den Fettstoffwechsel effizienter machen kann, sodass man den ganzen Tag mehr Fett verbrennt. Trainiert man richtig, steigert man den Anteil der Energie, die aus Fett gewonnen wird, enorm. Wer sich rein pflanzlich ernährt, der kann durch ein gewisses Mindestmass an sportlicher Aktivität, am besten Widerstands- oder Krafttraining, da er damit das HDL hochpushen kann, noch gesünder leben. Ausdauertraining ist diesbzgl. nicht so effektiv wie Krafttraining. Der Wert für das LDL-Cholesterin gelangt bei einer rein pflanzlichen Ernährung automatisch schnell in den grünen und später auch in den idealen Bereich. Bei den Triglyceriden kommt es auch für Pflanzenesser darauf an, die richtigen Fette, z. B. Öle zu essen. Wenn körperlich inaktive Menschen halbwegs gesunde Blutfettwerte haben wollen, müssen sie den Konsum tierischer Nahrungsmittel stark reduzieren und manches am besten gar nicht mehr essen, oder eben ihre körperliche Inaktivität ins Gegenteil umkehren und richtig Gas geben. Mit ein bisschen joggen kann man eine grobe Fehlernährung kaum kompensieren. Dennoch ist jedes bißchen Bewegung besser als keine. Je mehr tierische Nahrungsmittel man ißt, umso mehr muss man seinen Körper fordern. Und mit fordern, meine ich fordern. Hochintensives Zirkeltraining und lange Ausdauereinheiten. Wenn man es auf viele Stunden Sport die Woche bringt, kann man so gut wie alles essen, und bleibt dennoch gesund. Für die meisten wird es jedoch wohl einfacher umsetzbar sein, sich vernünftig zu ernähren und das bedeutet, je weniger tierische Nahrungsmittel, umso besser. Fett, egal ob pflanzlicher oder tierischer Herkunft, sollte proportional zur körperlichen Aktivität gegessen werden. Je weniger man sich bewegt und je ineffizienter der Fettstoffwechsel, umso weniger Fettsollte man über die Nahrung aufnehmen. Wenn der Körper Fett nicht effektiv verwertet, dann fängt es an sich in den Gefäßen abzulagern. Sport und vor allem intensiver Sport ist bzgl. mancher Blutfettwerte viel essentieller als die Ernährung. Sportmuffel sollten also penibel auf ihre Ernährung achten. Rein pflanzlich, fettarm und vollwertig ist für Sportmuffel definitiv die gesündere Wahl. Wer 100 Jahre alt werden will, der muss DEFINITIV sportlich aktiv sein. Die positive Wirkung intensiver Belastung auf den gesunden Erhalt des Körpers ist mannigfaltig und enorm! Sport ist vor allem für die Menschen wichtig, die nicht penibel auf ihre Ernährung achten wollen. Sport schützt also intensiv vor Gesundheitsschäden, die durch eine suboptimale Ernährung entstehen können und meistens auch entstehen. Je mehr man trainiert, umso schlechter kann man im Endeffekt essen. So paradox das klingt. Immer dann wenn kontrollierte Studien gemacht werden, löst sich die Anti-Fett- und Anti-Protein-Propaganda in Luft auf. Die Art und Weise, wie vegane Propagandisten (angefangen bei der Verzerrung der Original China Study bis heute zu McDougall, Ornish, etc.) ihre Ergebnisse schönen, indem sie sich in allen Fällen immer nur auf Beobachtungsstudien berufen, diese immer sehr speziell interpretieren und Daten mittels Meta-Studien teilweise nur selektiv verarbeiten und sich so Nettigkeiten erlauben, wie zB nicht zwischen unverarbeitetem BIO-Fleisch ohne Zusätzen und Discounter-Wurst oder Hot Dogs zu unterscheiden oder zwischen Schafskäse von Weideschafen und Analog-Käse auf der Pizza oder im Kühlregal, das sollte einem schon zu denken geben. Da kann man sich ja nur darauf freuen, wie die verallgemeinerten statistischen Daten der ach so gesunden Veganer aussehen werden, die tierfreie Sterbemittel essen, die noch ungesünder als Wurst & Co sind. Man bekommt das ja in den Sterbensmittelkathedralen und bei den Strassenleistungsshows präsentiert, was es da mittlerweile an effektiver Sterbehilfe in Form tierfreien Processed Foods gibt. Ich sage das nicht zum ersten Mal und ich bleibe dabei: Die positiven Veränderungen, die von den veganen Quacksalbern bei den Erfolgsstories immer promotet werden, die könnte man mit zig verschiedenen Ernärungsansätzen erreichen, weil sich die betreffenden Menschen davor absurd schlecht ernähren. Die meisten sind stark übergewichtig, leiden häufig an Diabetes (ich kenne Diabetiker, die ihre Diabates TYP 2 natürlich nicht einfach nur durch vegane (Vollwert, BIO) Ernährung loswerden, wie es immer propagiert wird), ernähren sich von Fertigprodukten, Weissmehl, trinken Limonaden oder andere Zuckerplörre. Kurzum, sie machen alles falsch, was man falsch machen kann. Gesunde Ernährung lässt sich mannigfaltig umsetzen. Vegan muss man zwar mehr beachten als omnivor oder vegetarisch. Aber alle diese Ernährungsformen lassen sich gesund umsetzen. Manche davon sogar ohne jegliche Supplemente. Schade das sich viele Veganer angegriffen fühlen dass man OBJEKTIVE Fakten anspricht. Und das leider obwohl man ein grosser Verfechter der nahezu rein pflanzlichen Ernährung ist. Es gibt zig Seiten, auf denen diese Veganer Veganismus missionieren können. Sie selbst betrachten das als Aufklärung. Andere betrachten es als Predigt. Nicht wenige empfinden das als Missionierunsgversuche. Vor allem dann, wenn der Veganismus als solches gar nicht angegriffen wird, sondern lediglich stereortype Verhaltens- oder Argumentationsmuster mancher Veganer. Das mag auch funktionieren, dass der eine oder andere seine omnivoren Ernährungsgewohnheiten überdenkt, wenn er laut genug angeschrien wird. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass ein sehr viel grösserer Teil Menschen dadurch einfach nur abgeschreckt wird. Ich hab das früher ja auch gemacht. Zwar nur sehr kurz, aber ich hab es gemacht. Bis ich gemerkt habe, dass man irgendwann nur noch unter Claqueuren unterwegs ist und außerhalb dieser Gruppe viel zu wenig Menschen erreicht. Ich habe lange vor McDougall den Begriff Veganismus für eine vollwertige, gesunde, rein pflanzliche Ernährung nicht verwenden wollen. Ich fühle mich jetzt absolut bestätigt, wenn ich sehe, dass ich mit meiner Annahme absolut richtig lag, dass das massiv kontraproduktiv für den breiteren Trend hin zu einer Ernährung mit einem deutlich grösseren pflanzlichen Anteil ist. Es gibt veritable Gründe, weshalb Koryphäen wie McDougall, Ornish und wie sie als heissen NICHT MEHR von einer veganen Ernährung sprechen, sondern von WFPB: Whole Food Plant Based. Sie distanzieren sich immer klarer vom Begriff des Veganismus, obwohl sie eine rein pflanzliche Ernährung propagieren, die streng genommen ja auch durch den Begriff vegetarisch korrekt und ausreichend beschrieben wird. Das hat verschiedene, berechtigte Gründe. Zum einen essen genug Veganer Industriefood-Müll bzw. tier- oder tierleidfreie vegan Sterbemittel in Form von grässlichem Processed Food, das noch viel gesundheitsschädlicher ist als es Bio-Schinken oder gar Wurst je sein könnten. Zum anderen verhindern das ideologisch durchtränkte Sendungsbewusstsein und die Ungeduld mancher Veganer eine vernünftige, besonnene und ruhige Aufklärung für die Ornish und McDougall stehen und mit der sie sehr grosse Erfolge haben. Der ethische Faktor stellt sich bei ihnen automatisch ein. Man muss da nicht gross darüber reden. Das ist sowieso allen klar. Ich bemühe mich immer so objektiv Dogmen- und propagandafrei, wie möglich zu bleiben und propagiere eine Ernährung, die zum allergrössten Teil pflanzlich ist. Was aber nicht bedeutet, dass ich aufhöre, darüber zu informieren, welche nicht pflanzlichen Nahrungsmittel nicht schädlich sind bzw. auch gesundheitsfördernd sein können. Ich orientiere mich am Stand der Wissenschaft und nicht zuletzt auch an eigenen Erfahrungen. Und das ändert sich immer wieder mal in den Feinheiten. Wissenschaft ist das Gegenteil von Stillstand. Es gibt in der Wissenschaft keine Erkenntnisse, die in Stein gemeisselt sind. Mit ethisch viel zu aggressiv geführten Diskussionen verpesten sehr viel Veganer die Gehirne von zu vielen Menschen, die durch solche Dogmen und vor allem durch zu grosse Anfeindungen gar nicht erst dazukommen, ihre Ernährung zu überdenken, weil sie einfach dicht machen oder dadurch in eine Trotzhaltung verfallen. Bei mir persönlich fiel der Groschen als ich selbst gemerkt habe, wie ich immer öfter die Augen verdreht habe, wenn an irgendeiener Stelle die typischen veganen Litaneien dahergebetet wurden und man nie vegan genug sein konnte.

  • Vielen Dank für diesen tollen Talk!!! Sehr unterhaltsam. 🙂

  • Tolle Runde 🙂 Was mich interessieren würde ist, was die Experten angehenden Ernährungswissenschaftlern und Medizinern raten würden. Wie sollte die Ausbildung aussehen, welche Fehler können vermieden werden etc. Nachhaltig sollten definitiv auch junge Menschen mit diesen Erkenntnissen in Kontakt gebracht werden. Die heutige humanmedizinische Ausbildung beschränkt sich ja doch sehr auf das Schneiden und Verschreiben von Medikamenten, wie Frau Bracht ja schon eingangs erwähnt hat.

  • Dankeschön euch allen! Das ist ein sehr wertvolles Video!

  • Zitat des Tages: ich bin ja keine Biochemikerin und kenne mich da ja auch nicht so aus. Aber die was macht die Strahlung der Pflanzen in unserem Körper 😄😄😄

  • Schwachsinn.

  • Ich habe mich sehr über dieses Video gefreut und direkt in meiner Studiengruppe geteilt (Studiere Ernährungsmanagement und Diätetik). Ich habe eine Frage an Dr. Jacob, Sie erwähnen das man als Rohköstler sehr leicht einen Lysinmangel bekommen kann. Ich ernähre mich zur Zeit rein rohköstlich und überwache meine Nährstoffe zusätzlich mit einem entsprechenden Programm und habe natürlich gleich die Werte für das Lysin gecheckt…und musste feststellen das ich immer über 100% liege. Ist mir dabei etwas entgangen, muss man noch andere Faktoren berücksichtigen die ich nicht kenne?
    Beste Grüße 🙂

  • Inwiefern spiegeln die allgemeinen Empfehlungen für Lysin und Methionin auch die Meinung von Euch Experten wieder? Ich supplementiere Lysin da ich in den letzten Monaten im Schnitt 2g täglich zu mir genommen habe, was unter den Empfehlungen liegt. Methionin nehme ich im Schnitt auch ca. 0,6g-0,8g täglich zu mir und hatte da auch angefangen zu supplementieren, allerdings aufgrund von Unwohlsein wieder aufgehört. Aber so richtig sicher bin ich mir mit meinen Entscheidungen nicht. Kann man einen Aminosäuremangel im Blut testen lassen und welche Tests bieten sich da an?

  • Hallo, ich fand das wieder echt gut.
    Was mir ein bisschen gefehlt hat ist, das bei Low Carb nur auf tierisches Eiweiß so richtig eingegangen wurden. Wie Verhält es sich z.B. mit den Empfehlungen vom Hippocrates Institute, hier werden viele Grüne Säfte, Sprossen und Samen verzehrt, was in gewisser Weise ja auch weniger Kohlenhydrate enthält. Dafür aber eine Massen an Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen?

  • Hallo Marion,
    Sie haben leider nicht erwähnt, ob Sie sich vegan ernähren, wovon ich aufgrund Ihrer Bedenken aber ausgehe. Auch mit wenig Hülsenfrüchten lässt sich bei einer rein pflanzlichen Ernährung ausreichend Lysin aufnehmen. Gute Lysinquellen sind beispielsweise auch Amarant, Quinoa, Nüsse und Samen. Möglicherweise ist dies bei Ihnen der Fall?
    Viele Grüße und alles Gute!

  • Wie sieht es denn mit LowCarb ab 15 Uhr aus? Mache das seit etwa einem Monat und habe das Gefühl, das ich am Bauch weniger Fett habe. Ist das gesund wenn man bis 15 Uhr etwa 2000kcal kohlenhydratreich (vegetarisch vollwertig) isst und ab 15 Uhr lediglich 500kcal durch Nüsse (hauptsächlich Mandeln)?

  • Fazit: Low Carb ist gesund, aber nur auf pflanzlicher Basis

  • ,,,ich hab ein halbes Jahr Low carb gemacht, hab dann abgebrochen weil ich nur noch Ekel vor Fleisch Fett Eiern Quark empfunden hab. Ausserdem war ich am Morgen so unterzuckert, dass ich Sehr- und Bewusstseinsstörungen hatte. Abgenommen hab ich übrigens kein Gramm….. Jetzt ernähre ich mich gänzlich gegenteilig. Vegan und Vegetarisch im täglichen Wechsel und einmal in der Woche Fleisch oder Fisch.

  • ist es nicht wichtig bei schnell Stoffwechsel mehr Fett zu essen.